Außerordentlicher Revisionsrekurs und Vollstreckbarkeit in Obsorgeverfahren)
Die allgemeinen Ausführungen (siehe unten) bedeuten folgendes. Auch wenn die zweite Instanz die Obsorge regelt, ist die Entscheidung noch nicht durchsetzbar (zB darf der Elternteil, der nach der zweiten Instanz die alleinige Obsorge bekommen soll, das Kind noch nicht einfach an sich nehmen).
Allerdings könnte auch die zweite Instanz, ebenso wie die erste Instanz, ihrem Beschluss vorläufige Verbindlichkeit nach § 44 AußStrG zuerkennen.
§ 44 AußStrG ab 01.01.2005
Vorläufige Zuerkennung von Verbindlichkeit oder Vollstreckbarkeit
AußStrG § 44 (1) Sofern es sich nicht um eine Personenstandssache handelt, kann das Gericht einem Beschluss vorläufig Verbindlichkeit oder Vollstreckbarkeit zuerkennen, soweit es dies zur Vermeidung erheblicher Nachteile für eine Partei oder die Allgemeinheit für notwendig erachtet. Die vorläufigen Beschlusswirkungen treten ein, sobald der Beschluss über ihre Zuerkennung zugestellt wurde, und wirken bis zum Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung über die Sache, auch wenn der Beschluss inzwischen aufgehoben oder durch einen anderen Beschluss ersetzt wurde. Die Entscheidung über die Zuerkennung kann geändert werden, insbesondere wenn einem Rekurswerber erheblichere Nachteile drohen, die bei einem Erfolg seines Rekurses nicht beseitigt werden könnten. Für solche Entscheidungen ist nach der Vorlage des Rechtsmittels das Rechtsmittelgericht zuständig.
(2) Gegen Entscheidungen über die vorläufige Verbindlichkeit oder Vollstreckbarkeit ist ein Rechtsmittel nicht zulässig.